Shell verringert Anteile an Ölfeldern im Irak
Baku, 16. Januar, AZERTAC
Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell zieht sich offenbar aus dem Ölgeschäft im Irak zurück. Das berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ). Shell werde demnach Anteile des Ölfelds "West Qurna 1" an das Japanische Ölbohrunternehmen Japan's Itochu verkaufen.
Im vergangenen Jahr hatte Shell bereits angekündigt, das "Majnoon" Ölfeld 2018 an die staatliche Basra Oil Company (BOC) abzutreten. Auf Nachfrage gab Schell zunächst keine Stellungnahme ab.
Dass Shell seine Ölfelder im Irak aufgibt, hängt offenbar mit den politisch bestimmten, finanziellen Einschränkungen der Region zusammen. Laut dem WSJ seien die Konditionen für die Ölförderung im Nahen Osten weniger profitabel als früher. Besonders die Iraker Regierung stelle vergleichsweise harte Bedingungen. Ausländische Unternehmen bekämen festgelegte Preise pro Barrel, die von Experten als niedrig bewertet würden.
Andere Ölkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron haben sich in den letzten Jahren auf Schiefergasförderung durch Fracking in den USA spezialisiert. Beide hielten aber weiterhin Anteile an Ölfeldern im Irak. Trotz des angekündigten Rückzuges aus dem Iraker Ölgeschäft wolle Shell seine Anteile an Erdgasanlagen im Land behalten. Zudem habe das Unternehmen Interesse an einer Rückkehr in den Iran gezeigt, wie WSJ berichtete.