Angehörige vermisster Aserbaidschaner protestieren vor EU-Parlament
Baku, 20. Oktober, AZERTAC
Angehörige vermisster Aserbaidschaner haben am Montag vor dem Europäischen Parlament in Brüssel Aufklärung über das Schicksal ihrer seit Jahrzehnten vermissten Familienmitglieder gefordert. Die Kundgebung auf dem Place du Luxembourg wurde vom Verband „Familien der Vermissten von Garabagh“ organisiert.
Nach Angaben der Organisatoren gelten seit der Besetzung aserbaidschanischer Gebiete durch Armenien 4.010 Menschen als vermisst, darunter 71 Kinder, 288 Frauen und 319 ältere Menschen. In den zurückeroberten Gebieten seien bislang 32 Massengräber entdeckt worden. Durch genetische Untersuchungen hätten 328 Vermisste identifiziert werden können; die sterblichen Überreste von 273 Menschen seien ihren Familien übergeben worden.
Die Angehörigen forderten Armenien auf, Informationen, Archivunterlagen und Angaben zu den Standorten weiterer Massengräber offenzulegen. Zugleich appellierten sie an die EU-Institutionen, sich stärker für die Aufklärung des Schicksals der Vermissten einzusetzen.
Bei der Kundgebung wurden Fotos, Kleidungsstücke und Briefe der Vermissten gezeigt. Besucher bekundeten ihre Solidarität mit Botschaften und Blumen. Die Vorsitzende des Verbandes, Konul Behbudova, betonte, keine Familie dürfe für immer auf Antworten warten.